Festival für Video und zeitbasierte Kunstformen
REFRACTED REALITIES
„We dialogue, therefore we are (Wir sind im Gespräch, also sind wir)“, konstatiert der Philosoph Raymond Tallis in Johan Grimonprez‘ Videoarbeit Raymond Tallis - on tickling (2017).

Ausstellung: 21. Februar bis 14. April 2019 im Kunstmuseum Bonn
Festivalprogramm: 21. bis 24. Februar 2019
Eröffnung und Preisverleihung: 20. Februar 2019, 20.00 Uhr

Ausstellung: Kunstmuseum Bonn - Videonale.17Stefan Panhans: Hostel, Copyright the artist

„We dialogue, therefore we are (Wir sind im Gespräch, also sind wir)“, konstatiert der Philosoph Raymond Tallis in Johan Grimonprez‘ Videoarbeit Raymond Tallis - on tickling (2017).

Tallis bezieht sich mit seinem Statement auf René Descartes‘ „Ich denke, also bin ich.“ Gleichzeitig stößt er damit auch zentrale Fragen an, die die Ausstellung untersucht: Wie sind wir heute eigentlich miteinander im Gespräch? Wer spricht zu wem und über welche Medien? Über welche Realität(en) sprechen wir und wie (an)erkenne ich die Realität meines Gegenübers? Und welche künstlerischen Strategien werden aktuell entwickelt, um alternative Blicke zu ermöglichen und neue Perspektiven zu integrieren?

Ausstellung: Kunstmuseum Bonn - Videonale.17Su Hui Yu: the walker videoInstallation, Copyright the artist

Ausgewählt aus über 1.100 Wettbewerbseinsendungen aus 66 Ländern, werfen die Werke der VIDEONALE.17 Schlaglichter auf diese Fragen unter dem Thema REFRACTED REALITIES (Gebrochene Wirklichkeiten).

Künstler*innen der VIDEONALE.17
Monira Al Qadiri, Eric Baudelaire, Zanny Begg & Oliver Ressler, Mareike Bernien & Alex Gerbaulet, Andreas Bunte, Shu Lea Cheang, Marianna Christofides, Chto Delat, Mike Crane, Saara Ekström, Nina Fischer & Maroan el Sani, Mahdi Fleifel, Johan Grimonprez, Laura Huertas Millán, Su Hui-Yu, Sohrab Hura, Adam Kaplan & Gilad Baram, Stéphanie Lagarde, Maryna Makarenko, Deimantas Narkevičius, Stefan Panhans, Laure Prouvost, Morgan Quaintance, Maryam Tafakory, Eva van Tongeren, Tris Vonna-Michell, Clemens von Wedemeyer, Andrew Norman Wilson, Tobias Zielony

Thema
Mit „Refraktion“ wird die Brechung von Lichtwellen bezeichnet, wenn Licht von einem Medium auf ein anderes übergeht: Durch die Brechung verändert sich die Wahrnehmung dessen, was durch das Licht sichtbar gemacht wird. Das Wissen um das Phänomen der Refraktion fordert uns auf, Ausgangs- und Endpunkt unserer Wahrnehmung mit der Realität abzugleichen, unseren Blick zu korrigieren und das Objekt der Anschauung klar zu fokussieren.

Ausstellung: Kunstmuseum Bonn - Videonale.17Nina Fischer: Maroan el Sani Freedom of Moment, Copyright the artist

„Refraktion“ im übertragenen Sinne meint also ein kritisches Reflektieren über die Mittel und Wege der Sichtbarmachung und folglich die Option einer  Reartikulation unserer Sicht auf die Dinge, wie sie sind, waren oder vermeintlich immer schon gewesen sind. „Wenn allerorten über Heimat, kulturelle Grenzziehungen und Fake als alternative Form der Wahrheit gesprochen und nicht selten auch gehetzt wird, bin ich froh zu sehen, dass künstlerische Mittel und Erzählweisen diesen monokausalen Zugang zur Welt nicht zulassen und uns immer wieder neue, andere, offene Erzählungen anbieten. Besonders Video  und Bewegtbild schaffen es dabei, uns mit kontroversen Sinneswahrnehmungen so zu konfrontieren, dass echter Erkenntnisgewinn wieder möglich wird“, sagt Tasja Langenbach, Künstlerische Leiterin der Videonale.

Die im Rahmen des Wettbewerbs der VIDEONALE.17 ausgewählten Künstler*innen fokussieren in ihren Arbeiten physische und psychische Orte, deren Zustand auf eine fragile (Un)Ordnung der Dinge verweist. So untersuchen Mareike Bernien & Alex Gerbaulet in ihrer Arbeit Tiefenschärfe (2017) Tatorte des NSU-Mordens auf ihre Sichtbarkeit im Alltag und bieten alternative Perspektiven auf die örtlichen Situationen an. Auch Zanny Begg & Oliver Ressler nutzen in Anubumin (2017) Methoden des investigativen Journalismus, um alternative Erkenntnisse zu offiziell gültigen Wahrheiten – hier die vielgestaltige Ausbeutung
der Pazifikinsel Nauru – einzuführen. Stefan Panhans (HOSTEL, 2018), Chto Delat (It Has Not Happened to Us Yet. Save Haven, 2016), Nina Fischer & Maroan el Sani (Freedom of Movement, 2017) oder Mike Crane (UHF42, 2016) bedienen sich hingegen performativer Mittel, um die Schichten, die sich um unser Sprechen über Migration und kulturelle Zugehörigkeiten gelegt haben, abzutragen und perspektivisch zu öffnen. Dominante Blickregime auf das kulturell, sozial oder auch geschlechtlich Andere lösen auch Martine Syms (Incense Sweaters & Ice, 2017), Maryam Tafakory (Absent Wound, 2018), Maryna Makarenko (Jellyfish, 2017) und Morgan Quaintance (Another Decade, 2018) in ihren Werken durch vielstimmige Erzählungen auf.

An die Eröffnung der Ausstellung schließt sich ein umfangreiches Festivalprogramm zum Thema mit Vorträgen, Künstlergesprächen, Diskussionsrunden, Performances, Videoprogrammen und Workshops an.

Im Katalog wird die Ausstellung der VIDEONALE.17 umfassend dokumentiert und durch zwei Gastbeiträge von Erika Balsom (King’s College London) und Doreen Mende (HEAD - Geneva University of Art and Design) thematisch ergänzt.

Wettbewerbsjury
Eli Cortiñas (Künstlerin), João Laia (Freier Kurator und Autor), Tasja Langenbach (Künstlerische Leitung Videonale), Matteo Lucchetti (Freier Kurator und Co- Direktor „Visible Project“), Vanina Saracino (Freie Kuratorin), Lesley Taker (Produzentin/Kuratorin FACT Liverpool)

Videonale Preis der fluentum collection
Aus den für die Ausstellung ausgewählten Arbeiten wird zur Eröffnung der VIDEONALE.17 am 20. Februar 2019 ein herausragendes künstlerisches Werk mit dem mit 5.000 Euro  dotierten Videonale Preis der fluentum collection ausgezeichnet. Die fluentum collection ist eine private Sammlung zeitbasierter Medienkunst mit Sitz in Berlin, die seit einigen Jahren auch künstlerische Werke koproduziert. Vor diesem Hintergrund finanziert die Sammlung nun zum zweiten Mal den Videonale Preis und möchte damit die/den ausgezeichnete/n Künstler*in bei der Produktion neuer Arbeiten unterstützen.

Festivalprogramm
Die Ausstellung zur VIDEONALE.17 wird begleitet durch ein umfangreiches Festivalprogramm (21.-24.2.2019, kuratiert von Lisa Bosbach) mit Künstlergesprächen, Vorträgen, Performances, Diskussionsrunden, Führungen, Workshops und Vermittlungsprogrammen. Mit Beiträgen von u.a. Erika Balsom, Zach Blas, Wibke von Bonin, Zabet Patterson, Ubermorgen.

Ausstellungsarchitektur
Wie in den vergangenen Jahren findet die VIDEONALE.17 in den Wechselausstellungsräumen des Kunstmuseum Bonn statt. Die Ausstellungsarchitektur
wird gestaltet von Ruth M. Lorenz maaskant Berlin, Architektin und Ausstellungsdesignerin. Sie realisierte Ausstellungsarchitekturen u.a. für Stedelijk Museum Amsterdam, Akademie der Künste Berlin, Haus der Kulturen der Welt Berlin, ZKM Karlsruhe und HMKV am Dortmunder U. Die dortige Ausstellung Sounds like Silence erhielt den AICA-Kritikerpreis.
www.maaskant.de


Termine VIDEONALE.17
Pressekonferenz: Dienstag, 19. Februar 2019, 11.30 Uhr
Preview: Mittwoch, 20. Februar 2019, 18.00 Uhr
Eröffnung und Verleihung des Videonale Preises der fluentum collection: Mittwoch, 20.
Februar 2019, 20 Uhr
Festivalprogramm: Donnerstag, 21. Februar - Sonntag, 24. Februar 2019 sowie
Veranstaltungen während der gesamten Laufzeit der Ausstellung




Förderer / Funders (Stand / as per November 2018)
Stadt Bonn, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Kunststiftung NRW, Stiftung Kunst der Sparkasse in Bonn, MedienStiftung Kultur

Projektförderer / Project funders
bpb - Bundeszentrale für politische Bildung, SK Stiftung Kultur

Sponsoren / Sponsors
cine+ (Techniksponsor), DHL (Preferred Logistics Partner)

Sponsor Videonale Preis / Sponsor Videonale Award
fluentum collection

Kooperationspartner / Cooperation Partners
IMPAKT Festival and Centre for Media Culture Utrecht, Ibis Hotel, Kunstmuseum Bonn, Künstlerforum Bonn, Landesbüro für Bildende Kunst / LaB K

Medienpartner / Media partners
Artblog Cologne, Camera Austria, EIKON, KUNSTFORUM International, PHOTO International, Spike Art Quarterly, Springerin, Stadtrevue, Texte zur Kunst, Videoart at Midnight



Quelle und Fotos: VIDEONALE e.V., Copyright the artist










































































































































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