Museum Folkwang: 50 Jahre Summer of Love Plakate der Hippie-Bewegung
50 Jahre Summer of Love
Museum Folkwang widmet Plakaten der Hippie-Bewegung die bislang größte Ausstellung in Europa.

Laufzeit: 09..06.2017 - 03.09.2017


Die Hippie-Bewegung fand mit dem Summer of Love 1967 in San Francisco ihren Höhepunkt. Zum 50. Jubiläum widmet das Museum Folkwang der Hippie-Kultur im Sommer 2017 eine umfangreiche Ausstellung. Rund 250 psychedelische Plakate – ergänzt durch Fotografien, Schallplattencover und Konzertkarten – ermöglichen einen umfassenden Einblick in diese wichtige Umbruchphase. San Francisco 1967 (9. Juni – 3. September 2017) ist die bisher größte Plakatausstellung zum Summer of Love in Europa überhaupt.

Museum Folkwang: 50 Jahre Summer of Love Vor dem Hintergrund schwerer Rassenunruhen, dem Vietnamkrieg und einer konsumorientierten Gesellschaft, entwickelte sich in San Francisco der 1960er Jahre eine Gegenkultur, die nach neuen Wegen im Zusammenleben von Menschen und Staaten suchte. Neben dem Dresscode war es vor allem die Musik von Jefferson Airplaine, The Grateful Dead, The Doors oder Jimi Hendrix und Janis Joplin, die der Bewegung Ausdruck verlieh. Geworben wurde vor allem mit Plakaten.






Victor Moscoso
The Chamber Brothers "Glasses"
San Francisco, 1967
Sammlungen Lutz Hieber und Gisela Theising
© Victor Moscoso 2017


Dem psychedelischen Plakat – der richtungsweisenden visuellen Hinterlassenschaft jener Jahre um 1967 – widmet sich diese Ausstellung. Gezeigt werden 246 Plakate, ergänzt durch Theaterzettel, Konzerttickets, Schallplattencover, Soundeffekte und der Installation einer originalen Joshua Light Show von 1967. Die Themenfelder der Ausstellung rücken Vietnamkrieg, Musikkultur, afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung, sexuelle Befreiung und Alltagskultur in den Fokus.

Den Künstlern ist es in kürzester Zeit gelungen, einen völlig neuen Stil zu kreieren: Europa diente unter anderem mit Elementen des Jugendstils und der Wiener Sezession als Inspirationsquelle. Auch die zeitgenössische amerikanische Kunst und neue Strömungen wie etwa die Pop Art griffen namhafte Plakatkünstler und Designer wie Victor Moscoso, Bonnie MacLean, Gary Grimshaw, Lee Conclin, Bob Schnepf und andere auf. Die Plakate belegen, dass die Hippiekultur – jenseits aller verkürzenden Klischees – sich in vielen unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen engagierte. Sie dokumentieren in ihren Formen, Farben und Themen eine ungewöhnliche Zeit voller Ideale. Die Designs des psychedelischen Plakats gehören zu den kreativen Höhepunkten der Plakatgeschichte.

Ermöglicht wurde die Ausstellung durch Leihgaben des Hannoveraner Sammlerpaares Lutz Hieber und Gisela Theising.

Zur Ausstellung erscheint ein gleichnamiger Katalog in der Edition Folkwang/Steidl, Göttingen 2017. ISBN: 978-3-95829-367-0, Preis: 24 €


Plakate im Summer of Love
Wenn wir auf das Jahr 1967 in den USA zurückblicken, so sind es vor allem zwei Ereignisse, die dieses Jahr geprägt haben: der Vietnamkrieg und die bis dato schlimmsten Rassenunruhen in den USA. In diesem Kontext erscheint der „Summer of Love“ wie aus der Zeit gefallen – und doch hängt er unmittelbar auch mit diesen Ereignissen zusammen, denn die Hippies etablierten eine wirkliche Gegenkultur. Die Ausprägungen dieser Gegenkultur fanden sich im alltäglichen Zusammenleben ebenso wie in Literatur, Musik und Kunst, nicht zuletzt aber auch in den Plakaten, die um 1967 vor allem in San Francisco entstanden. Dieser visuellen Hinterlassenschaft widmet sich diese Ausstellung.

Die neue Lebenswirklichkeit der „Counterculture“ brauchte auch äußere Identifizierungsmerkmale, die Zielgruppe eine besondere Ansprache. Neben dem Dresscode war es vor allem die Musik von Gruppen wie Jefferson Airplaine, Quicksilver Messenger Service, den Grateful Dead, den Doors oder Musikern wie Jimi Hendrix und Janis Joplin, die das Neue der Bewegung unterstrichen. Geworben wurde für deren Konzerte vor allem mit Plakaten. Das neue Design wurde von einer Handvoll Künstlern geprägt, die im Laufe kürzester Zeit eine völlig neue Art der Plakatgestaltung erfanden. Auf dem Weg in eine alternative Kultur wurden alle Quellen genutzt, die als passend empfunden wurden. Anregungen kamen aus Büchern und Zeitschriften, von Plakaten, Anzeigen, Verpackungen und Gemälden. Dabei spielte es keine Rolle, wie alt die Vorlagen waren – es konnten auch Plakate der Jahrhundertwende oder Illustrationen aus Büchern der 1930er Jahre sein. Geografisch stand Europa als Inspirationsquelle im Fokus, aber auch die zeitgenössische amerikanische Kunst und neue Strömungen wie etwa die Pop Art.

Schrift und Bild gingen zuvor nie gekannte symbiotische Verbindungen ein. 1965/66 war somit das psychedelische Plakat geboren, das sich in den Folgejahren rasant und variationsreich weiter entwickelte. Doch bereits Anfang der 1970er Jahre war der neue Stil schon wieder auf dem Rückzug – Das Plakat für das Woodstock-Festival 1969 wurde als Agenturauftrag vergeben und hatte mit der Entwicklung in San Francisco nichts mehr zu tun.
Die psychedelischen Plakate dokumentieren in ihren Formen, Farben und Themen eine ungewöhnliche Zeit, die voller Ideale, gleichwohl nie ideal war. Die Schöpfungen des psychedelischen Plakats gehören zu den kreativen Höhepunkten der Plakatgeschichte überhaupt.

Den komplexen Charakter der Hippiebewegung als wirklicher „Counterculture“ hat man in Deutschland eher verkürzt wahrgenommen. Um die Abfolge der Entwicklungen und die Bandbreite der Themen vorzustellen, bietet die Struktur der Ausstellung neben dem chronologischen auch einen thematischen Zugang. Beispielhaft werden die Themen: Human Be-In, Selbsthilfe, Soziales, Krieg und Frieden, Marihuana, Business/Fashion, Theater und Diggers näher vorgestellt.



Alle weiteren Informationen erhalten Sie unter www.museum-folkwang.de





Museum Folkwang
Museumsplatz 1
45128 Essen


Quelle und Fotos: Museum Folkwang, Copyright Victor Moscoso 2017




 

 

 

 

 
 
 




































































































































Golfkurse
Golf/Aktuell/News