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New York, Zürich, Bonn
Die schönsten Madonnen zieht's an den Rhein
60 Highlights mittelalterlicher Kunst im LVR-Landes Museum Bonn / Ausstellung „Schöne Madonnen am Rhein"
Laufzeit: 26.11.2009 - 24.05.2010
Hätte es vor rund 600 Jahren bereits Zeitungen gegeben, hätte zweifelsohne schon damals "Madonna" die Bilderwelt dominiert. Denn um 1400 stand das "Marienbild" im Mittelpunkt der europäischen Kunst. Mit großer Leidenschaft bemühten sich die Bildhauer und Holzschnitzer für die Gottesmutter und ihr Kind um ein neues Schönheitsideal – ein Ideal, in dem Irdisches und Überirdisches miteinander verschmolzen, um Einzigartigkeit und Auserwähltheit zu veranschaulichen.
Inspiriert von der neuen westlichen und böhmischen Hofkunst schufen die Künstler am Rhein Statuen von starker Dynamik und sinnlichem Reiz. In einer von Epidemien, Kriegen und Hungersnöten geplagten Zeit eröffnete das Madonnen-Bild Fluchtwege in ein Reich paradiesischer Schönheit.
Direkt über dem Eingang des LVR-LandesMuseums Bonn lädt die Madonna von Wirzenborn zur Madonnenausstellung ein (Foto: Hans-Theo Gerhards, LVR-Museumsverbund).
Die Ausstellung des LVR-LandesMuseums Bonn präsentiert die Kerngruppe der rheinischen Marienstatuen in einzigartiger Dichte und Qualität. Neuentdeckungen aus Kirchen und Klöstern von Würzburg bis Köln werden durch Leihgaben aus den großen Museen des In- und Auslandes ergänzt – darunter bspw. eine thronende Muttergottes aus dem Metropolitan Museum New York, deren heute kurios anmutende Darstellung wahrscheinlich auf eine Fehlinterpretation eines frühen Restaurators zurückgeht: Das rechte Bein des Kindes und die rechte Hand der Mutter wurden ersetzt. Statt der vermutlich ursprünglichen Geste des Fußvorzeigens, als Andeutung der kommenden Nageldurchbohrung, scheint es heute, als würde Maria Jesus unter der Sohle kitzeln.
Insgesamt haben mehr als 60 Kunstwerke das strenge Casting der Experten überstanden. Sie zeigen eindrucksvoll, wie sich die damaligen politischen, ökonomischen und kulturellen Strukturen des Rheinlandes auch in Madonnendarstellungen widerspiegeln. So erschließt die Ausstellung für die Besucherinnen und Besucher aktuelle Deutungsmöglichkeiten und rückt die besondere Qualität und Originalität der rheinischen Kunst um 1400 in ein neues Licht.
Die Ausstellung läuft vom 26. November 2009 bis zum 25. April 2010. Kurator ist Professor Robert Suckale, ein führender Experte auf dem Gebiet mittelalterlicher Skulptur.
Katalog
Zeitgleich erscheint ein 256-seitiges Begleitbuch mit mehr als 220 Abbildungen (an der Museumskasse zum Vorzugspreis von 19,90 Euro erhältlich, im Buchhandel für 35 Euro). Zudem werden rund um das Ausstellungsthema zahlreiche Vorträge und Lesungen zu historischen und aktuellen Fragestellungen angeboten, u.a. auch in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bildungswerk und dem Evangelischem Forum. Die regelmäßigen Führungen werden ergänzt durch eine 14-tägige Familienführung, sonntags um 11.00 Uhr.
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