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Nach dem Berliner Martin-Gropius-Bau steht nun mit dem Bonner Frauenmuseum die zweite Station Ausstellung an.
„In unseren Räumen im Frauenmuseum werden die Werke noch einmal anders wirken als im Martin-Gopius-Bau und damit eine andere Perspektive auf die verschiedenen künstlerischen Positionen ermöglichen. Die Kunst spricht für sich - wir freuen uns, diese Auswahl großartiger Künstlerinnen zeigen zu können“, meint Marianne Pitzen, eine der beiden künstlerischen Leiterinnen der Ausstellung und Direktorin des Frauenmuseums in Bonn, das ehemals ein Kaufhaus war. „Vorreiterin“ heißt das Thema, 40 Künstlerinnen wurden dazu aus 1.362 Bewerberinnen ausgewählt, Prima inter pares ist die Gabriele Münter Preisträgerin Christiane Möbus. Der mit 20.000 Euro dotierte GABRIELE MÜNTER PREIS für Bildende Künstlerinnen an Christiane Möbus wurde am 13. April 2010 durch die Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder im Martin-Gropius-Bau verliehen.
Christian Möbus, Portrait, Foto: Wim Cox, Köln
Vorreiterinnen der Gegenwartskunst
Ein Überblick über aktuelle Tendenzen in der Bildenden Kunst von Künstlerinnen in Deutschland erwartet das Publikum der Ausstellung zum Gabriel Münter Preis. 40 Künstlerinnen sind vertreten, darunter Alba D'Urbano/Tina Bara, Else (Twin) Gabriel, Xenia Hausner, Ingrid Roscheck, Annette Schröter, Annegret Soltau oder Patricia Waller. Die Fragestellungen und Positionen sind vielseitig und subtil. Politisches Bewusstsein und gesellschaftliche Scharfsicht sind jedoch Attribute, die die gesamte Ausstellung kennzeichnen.
So mischen sich beispielsweise in Beate Passows bestickten Fotoarbeiten über Lhasa friedliche Szenerien mit Auswüchsen von Gewalt und Zerstörung. Die Selbstinszenierungen von Petra Weifenbach konterkarieren noch immer aktuelle weibliche Rollenmuster und Schönheitsideale. Inszenierung ist u. a. auch Katharina Bosses Thema, die sich mit ihrer Fotoserie in der Rolle als Mutter neu entdeckt.
Als Prima inter pares nimmt die Gabriele Münter Preisträgerin Christiane Möbus einen besonderen Platz in der Ausstellung ein: "Ihre Objekte - ob Hirsche, Eisbären, Lastwagengehäuse unter schwarzem Tüll - stets entwickeln sie ihre Aura aus Hochspannung, politischem Bewusstsein und wohldosierter Poesie, Magie und Kalkül", sagt Marianne Pitzen, eine der beiden künstlerischen Leiterinnen der Ausstellung und Direktorin des Frauenmuseums Bonn, über die Preisträgerin.
Paricia Waller, How to kill your first love (2005)
Das Frauenmuseum in Bonn ist bereits die zweite Station der Ausstellung. Zuvor waren die Werke im Martin-Gropius-Bau zu sehen. "Mit Gewohnheiten, ob Seh-, Denk- oder Katalogisiergewohnheiten kommt man in diesem künstlerischen Universum nicht weit - weder, indem man sie anzuwenden sucht, noch, indem man das Verwerfen derselben in den Vordergrund stellt. Möbus lässt die Objekte miteinander sprechen, in Bezug treten, und zieht den Betrachter mit hinein in diesen Dialog, dessen Ausgang offen ist und bleibt", schreibt Barbara Weitzel in der Berliner Zeitung zur Ausstellung im Gropius-Bau.
Gabriel Münter Preis
Der mit 20.000 Euro dotierte Preis wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im dreijährigen Turnus ausgelobt, in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK), dem Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer (GEDOK) und dem Frauenmuseum in Bonn. Der Gabriel Münter Preis ist europaweit der einzige Kunstpreis, der sich an Künstlerinnen wendet, die älter als 40 Jahre sind. "Wir setzen damit ein Zeichen, weil diese Gruppe auf dem Kunstmarkt und bei der Verleihung von Kunstpreisen immer noch zu wenig vertreten ist. Wer denkt, es handelt sich dabei um eine Nische in der Kunstszene, der täuscht. Allein um den 6. Gabriel Münter Preis
haben sich fast 1.400 Künstlerinnen beworben. Der Preis ist auch eine Antwort auf die Vorstellung, nur junge Menschen könnten innovativ arbeiten. Menschen jenseits des 40. Lebensjahrs zählen heute in vielen Bereichen schon zum "alten Eisen". Absurd - gerade für den Bereich der bildenden Kunst!" sagt Dr. Kristina Schröder, Bundesfamilienministerin.
Christiane Möbus, tödlich (1997), Foto: Helge Mundt
Seit der ersten Idee des Preises, gegen Diskriminierung anzukämpfen, sind bereits zwei Jahrzehnte vergangen. "Jedoch hat das Konzept des Preises nichts an Aktualität eingebüßt", meint Kathy Kaaf, Past-Präsidentin der GEDOK. "Im Gegenteil: viele Facetten dieses Preises werden erst nach und nach von der Öffentlichkeit wahrgenommen und die Künstlerinnen in ihrer Rolle als "Vorreiterinnen" erkannt und gewürdigt."
Vor Christiane Möbus erhielten den Preis Thea Richter und Gudrun Wassermann (1994), Valie Export (1997), Rune Mields (2000), Ulrike Rosenbach und Cornelia Schleime (2004) und Leni Hoffmann (2007).
Die 40 ausgewählten Künstlerinnen der Ausstellung
Regine Bonke, Ratzeburg; Katharina Bosse, Bielefeld; Silke Brösskamp, Köln; Nicola Dormagen, Reeßum; Alba D'Urbano und Tina Bara, Leipzig; Elisabeth Endres, Leutersberg; Monika Falke, Braunschweig; Petra Frey, Freiburg; Else (Twin) Gabriel, Berlin; Almut Glinin, Stuttgart; Sabine Groß, Berlin; Tinka von Hasselbach, Bonn; Xenia Hausner, Berlin; Farida Heuck, Berlin; Miriam Kilali, Berlin; Susanne Krell, Bad Honnef;Julia Lohmann, Du?sseldorf; Susanna Messerschmidt, Stuttgart; Christiane Möbus, Hannover (Preisträgerin); Ursula Neugebauer, Berlin; Ulrike Oeter, Rösrath; Christina Paetsch, Berlin; Beate Passow, Mu?nchen; Ping Qiu, Carmzow-Wallmow; Zipora Rafaelov, Du?sseldorf; Friederike von Rauch, Berlin; Ingrid Roscheck, Köln; Claudia Schmacke, Berlin; Anja Schrey, Berlin; Annette Schröter, Leipzig; Regine Schumann, Köln; Brigitte Schwacke, Mu?nchen; Luzia Simons, Berlin; Annegret Soltau, Darmstadt; Sabine Straub, Mu?nchen; Marion Tischler, Osnabru?ck; Patricia Waller, Berlin; Petra Weifenbach, Köln; Susanne Weirich, Berlin; Claudia Wissmann, Hannover.
www.gabrielemuenterpreis.de
Kleines Bild oben: Regine Schumann, Iris (2008)
Quelle und Fotos: Gabriele Münter Preis-Büro im Frauenmuseum
Televisor Troika
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